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MUS-E

MUS-E ist ein künstlerisches Programm der International Yehudi Menuhin Foundation, das seit 1993 europaweit mit großem Erfolg angeboten wird. Im Rahmen von MUS-E gestalten Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Tanz, Theater, Bildende Kunst und Musik unter Mitwirkung der Lehrer einmal in der Woche zwei Schulstunden während des regulären Unterrichts.
Dabei wird nicht nur die künstlerische Kreativität der Kinder gefördert. Der besondere Unterricht trägt auch zu ihrer Persönlichkeitsbildung bei und stärkt ihre sozialen Kompetenzen. Als Förderprogramm für alle Kinder konzipiert, legt MUS-E einen Schwerpunkt auf die Integration von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte und will insbesondere Kindern in Brennpunktschulen einen Zugang zu Kunst und Kultur eröffnen.

MUS-E LogoMUS-E®, ein Programm der International Yehudi Menuhin Foundation, ist in Deutschland ein Angebot der Sir Peter Ustinov Stiftung.

Mehr Informationen unter: Sir Peter Ustinov Stiftung

Seit März 2009 ist Thomas Fehlen im Rahmen von MUS-E in der Peter Ustinov Realschule in Köln Nippes als Theaterlehrer tätig.

 

MUS-E Projekte von Thomas Fehlen:

Frühling x Erwachen²

„Frühling x Erwachen²“ (2010)

Ein MUS-E Projekt der Klasse 7b der Peter Ustinov Schule in Köln

In der Endrunde des bundesweiten Wettbewerbs “Kinder zum Olymp”

„Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind ist ein Theaterstück über die Nöte der Jugendlichen. Als es vor über hundert Jahren herauskam galt es wegen seiner Themen als „Skandalstück“ und wurde lange Zeit zensiert.
Heute wirkt es trotzdem antiquiert; unsere Gesellschaft ist scheinbar liberaler geworden – Tabus werden in zahlreichen Fernsehformaten und Zeitschriften ausführlichst besprochen. Aber ist es dadurch für die Heranwachsenden leichter geworden, sich zu orientieren?
Welche Sorgen, Hoffnungen, Träume und Probleme haben die Jugendlichen von heute? Wie finden sie sich zu Recht in einer Zeit, in der sich scheinbar alles immer schneller dreht?
Die spannende, häufig konfliktbeladene Entwicklungsphase der Pubertät, in welcher sich die Jugendlichen oft allein gelassen und unverstanden fühlen, wollen wir mit dem Theaterprojekt begleiten.
 Selbstvertrauen stärken und Respekt vor der Andersartigkeit vermitteln sind zentrale Ziele des Projektes.
Auf der Basis von Wedekinds Stück und einer Aktualisierung von Nuran David Calis hat der Kölner Schauspieler und Regisseur Thomas Fehlen gemeinsam mit den Jugendlichen eine eigene Fassung entwickelt:
Frühling x Erwachen²
Um einen spannungsreichen Gegensatz zur Sprache der Jugendlichen zu erreichen,
 fließen in der Fassung Originaltexte von Frank Wedekind ein. So setzen sich die Jugendlichen auch mit einem wichtigen Teil der deutschsprachigen Literatur auseinander.
Schüler/innen, welche nicht selbst auf der Bühne stehen wollen, haben in Teams die Bereiche Bühnenbild, Licht, Kostüme, Dramaturgie, Maske, Musik, Requisite und Technik übernommen, so dass alle Schüler/innen der Klasse 7b sich ganz nach ihren Interessen und Fähigkeiten bei diesem Projekt einbringen können und Verantwortung für das gemeinsame Gelingen übernehmen. Die Klassenlehrerin spielt ebenfalls mit (als Frau Bergmann, Mutter von Wendla). 
So wird die gesamte Klasse 7b während der Projektdauer zu einem real funktionierenden “Theaterbetrieb”; die Schüler/innen können selbst entscheiden, welchen Bereich sie hier übernehmen wollen.
Premiere: Dienstag, 29.Juni 2010 um 19 Uhr
Aula der Peter Ustinov Schule, Neusser Str. 421, 50733 Köln

Presse:

Kölner Stadtanzeiger

6 Kurzfilme der Klasse 7d (2012)

In der Endrunde des bundesweiten Wettbewerbs “Kinder zum Olymp”

Die Schüler der Klasse 7d haben innerhalb von drei Monaten in verschiedenen Gruppen sechs Kurzfilme in Eigenregie realisiert. Dabei haben sie mit ihrem Team folgende Aspekte erarbeitet und umgesetzt:

Entwicklung einer Idee/Geschichte
Drehbuch schreiben
Besetzung der Rollen
Besetzung von Regie und Kamera
Bestimmung eines Projektverantwortlichen (als Ansprechpartner)
Planung der Dreharbeiten
Ausführung der Dreharbeiten
Abgabe des gedrehten Materials zu einem vereinbarten Zeitpunkt (auf USB Stick, CD, DVD, etc.)

Bei der Stoffentwicklung haben wir den Schülern bewusst keinerlei Vorgaben gemacht. Es war uns wichtig, dass sie ihre Vorstellungen und Gedanken möglichst ungefiltert einbringen und umsetzen konnten.
Entstanden sind so sechs sehr unterschiedliche Kurzfilme, welche einen Einblick in die Lebenswelt der Schüler vermitteln und dabei auch einen Blick auf unsere Gesellschaft werfen.
Drei der Filme („Party mit Folgen“, „Das Böse in uns“ und „Zwei Geister unter Freunden“) sind Horrorfilme, in denen es um Freundschaft, Mord und um Zombies geht. Interessanterweise wurden diese Horrorfilme von reinen Mädchengruppen realisiert.
Ein weiterer Film („Die Mutprobe“) beschäftigt sich mit dem Thema „Gruppendruck“ und möglichen (in diesem Fall tödlichen) Folgen.
Der Film „BMX“ ist ein Videoclip mit unterlegter Musik in schnell geschnittenen Bildern ohne Text und wurde von einer reinen Jungengruppe umgesetzt (inklusive des fertigen Schnittes).

Es gab keine spezielle Hardware Ausstattung für die Filme; die Filme wurden von den Schülern mit allen zur Verfügung stehenden Kameras aufgenommen (Handy, Camcorder, Fotoapparat, etc.). Ebenso wenig gab es einen Etat für die Filme. Eventuell anfallende Kosten für Requisiten haben die Schüler selbst getragen. Da die meisten Gruppen über keine Schnittmöglichkeit bzw. die entsprechende Software verfügten, wurde der Filmschnitt nach gemeinsamer Sichtung des Materials und in Absprache mit den Teams vom beteiligten Künstler vorgenommen. Aus den fertigen Filmen wurde dann eine DVD erstellt, welche der Klasse dann bei einer geschlossenen Veranstaltung präsentiert wurde.
Im Anschluss daran fand ein Auswertungsgespräch mit der Klasse statt.
Alle Gruppen haben es geschafft ihre Projekte zum vereinbarten Zeitraum abzugeben. Alle Schüler waren bei diesem Projekt beteiligt; einige sogar in anderen Funktionen bei anderen Gruppen.
Der Zusammenhalt der Klasse wurde unserer Meinung nach gestärkt und die Gruppe wurde wieder neugierig auf MUS-E (siehe Punkt 8). Momentan proben wir mit der Klasse ein Theaterstück:
„Kleider machen Leute“ nach Gottfried Keller.

Projektauslöser/Idee:
Die Klasse von Frau Wrege hatte bereits in der 6. Jahrgangsstufe ein halbes Jahr am MUS-E Programm teilgenommen (mit der gleichen Klassenlehrerin und dem gleichen Künstler im Bereich „Theater“). In dieser Zeit zeigten sich die Schüler sehr interessiert und ließen sich neugierig auf nahezu alle schauspielerischen Übungen, Improvisationen und Spiele ein.
Im Januar 2011 meldete der Träger des MUS-E Programms (Yehudi Menuhin Stiftung) völlig überraschend für alle Beteiligten Insolvenz an und das bis dahin erfolgreiche Programm war plötzlich beendet.
Nach der Wiederaufnahme vom MUS-E Programm (ermöglicht durch die Peter Ustinov Stiftung als neuer Träger ab November 2011) gab es bei den beteiligten Schülern eine allgemeine skeptische Haltung dem Projekt gegenüber (Wer kann es ihnen verdenken?). Die Schüler hielten sich bei den Übungen sichtlich zurück; sie wirkten im Vergleich zu früher unmotiviert und lustlos.
Nach den Weihnachtsferien folgte ein offenes Gespräch und eine Diskussion mit der Klasse: „Was wollt IHR mit und in MUS-E machen?“
Bei der anschließenden Abstimmung sprachen sich 80% der Schüler für ein Filmprojekt aus. Diesen Wunsch haben wir versucht umzusetzen.

Projektentwicklung:
Es war relativ schnell klar, dass wir mit der Klasse keinen großformatigen Spielfilm umsetzen würden.
Dafür fehlte es allen Beteiligten an Erfahrung, Zeit und an Mitteln (das Projekt sollte überschaubar und realisierbar bleiben). Uns ging es darum die Schüler wieder für die Idee von MUS-E zu begeistern und sie zurück zu gewinnen. Dafür schienen uns verschiedene Kurzfilme (realisiert von kleineren Teams) realistischer.
Die Schüler nahmen die Idee von Kurzfilmen sofort an. Sie konnten mit ihren Freunden/Freundinnen über Ihre Vorstellungen sprechen, gemeinsam Ideen entwickeln und sie schließlich filmisch umsetzen.
Es folgten einige vorbereitende Stunden zum Thema „Drehbuch“ (Wie ist ein Drehbuch aufgebaut? Was für eine Geschichte wollen wir erzählen? Wie wollen wir sie erzählen? etc.) und „Projektorganisation“ (Wo und wann wollen/können wir drehen? Was brauchen wir dafür? Wer hat eine Kamera? etc.).
Diese Punkte haben wir versucht nicht zu theoretisch abzuhandeln, um die Lust auf die Umsetzung der Filme nicht zu bremsen.
Bei der Stoffentwicklung haben wir den Gruppen freie Hand gelassen – uns war es wichtig, dass sie IHRE Ideen und Phantasien einbringen würden. In der Findungsphase haben wir uns immer wieder während der MUS-E Stunden mit den Schülerteams zusammengesetzt und beim Drehbuch schreiben und der Planung bei Bedarf Hilfestellung gegeben.

Besonderheiten/Charakteristika:
Alle Schüler/Schülerinnen der Klasse haben sich aktiv auf das Projekt „Kurzfilm“ eingelassen.
Jede(r) war bei mindestens einem Filmprojekt dabei – einige haben auch Doppelfunktionen in mehreren Teams übernommen.
Besonders erwähnenswert ist, dass die meisten Schüler die Filme außerhalb der Schulzeit gedreht haben und sich dafür in ihrer Freizeit verabreden mussten. Aufgrund zahlreicher außerschulischer Verpflichtungen (Vereine, Familie, Freunde, etc.) eine bemerkenswerte Leistung.
Eine Gruppe hat den Film sogar komplett „fertig“ abgegeben – mit fertigem Schnitt und unterlegter Musik.

Probleme und Lösungen:

• Drehbuch schreiben: Keiner der Beteiligten hatte Erfahrung im Schreiben eines Drehbuchs. Und die Schüler haben es in der Zeit auch nicht wirklich gelernt. Darum ging es uns aber auch nicht. Wichtig war uns, dass die Schüler ihre Ideen zur Handlung, Ort und Text in irgendeiner Weise aufschreiben sollten um bei den Dreharbeiten einen Leitfaden bzw. Übersichtsplan als Orientierung zur Verfügung zu haben. So sind denn auch in der Form sehr unterschiedliche „Drehbücher“ entstanden.

• Unterschiedliche Formate der Filme: Ein großes Problem lag in der Vielzahl der abgebenden Formate der einzelnen Filme: Eine Gruppe drehte mit einem I-Phone, eine andere mit einer DV Kamera, eine andere mit einem „normalem Handy“, usw. Es bedeutete einen erheblichen Zeitaufwand diese verschiedenen Codecs auf ein gemeinsames Format umzurechnen um damit schließlich eine DVD erstellen zu können.

Anekdotisches:
Es gab eine gewisse Vorliebe für Horrorfilme: 3 von 6 Gruppen wählten dies als Thema (beteiligt waren hier nur Mädchen). Eine andere Gruppe änderte in der Findungsphase regelmäßig die Grundidee für ihren Film. Zuerst wollte sie einen Animationsfilm drehen, danach einen Dokumentarfilm. Jedes Mal schien ihnen die Idee nicht gut genug. Abgegeben haben sie schließlich ein Videoclip über „BMX Radfahren“ – fertig geschnitten und mit passender Musik unterlegt.
Auf technisch und auch künstlerisch hohem Niveau. Hier zeigte sich, dass das der Gruppe entgegengebrachte Vertrauen berechtigt war.

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